
Teppichstile und ihre Geschichten
In Teppichen steckt viel zu entdecken: Muster, Handwerk und Geschichten aus unterschiedlichen Regionen und Zeiten. Lerne die Teppichstile kennen und lass dich davon inspirieren, wie sie mit Möbeln und Farben zusammenspielen. Vielleicht findest du dabei eine neue Idee für deinen Lieblingsraum.

Shag-Teppich
Kein anderer Teppich lädt so unmittelbar dazu ein, barfuß hindurchzulaufen: Der Shag-Teppich mit seinem tiefen, weichen Flor prägte die 1970er-Jahre, geriet danach in Verruf — und erlebt seit den 2010ern eine der bemerkenswertesten Design-Renaissancen überhaupt.

Marokkanischer Berberteppich
Von Amazigh-Frauen in den Dörfern des Atlasgebirges für den eigenen Haushalt geknüpft, entdeckten europäische Architekten der Moderne den Berberteppich in den 1920ern für sich — und machten ihn zu einem der meistkopierten Muster der Interior-Welt.

Sisal-Teppich
Aus den stacheligen Blättern einer mexikanischen Agave gewonnen, ist Sisal eine der widerstandsfähigsten Naturfasern der Welt — der Sisal-Teppich verwandelt dieses robuste Pflanzenmaterial seit dem 19. Jahrhundert in einen der beliebtesten natürlichen Bodenbeläge.

Tibetischer Teppich
Aus der Wolle robuster Hochland-Schafe geknüpft, mit einer einzigartigen Knüpftechnik, die sich von jeder anderen Teppichtradition unterscheidet — der tibetische Teppich entstand in einer der unwirtlichsten Regionen der Erde und wurde ursprünglich fast nie für den Boden gemacht.
Wie finde ich den richtigen Teppichstil?
Ein Teppich verbindet Möbel, Farben und Boden zu einem Raum. Der Stil bestimmt dabei mit, wie ein Zimmer wirkt: Ein Berberteppich bringt Ruhe und Wärme, ein Kelim grafische Muster und ein Perserteppich Tiefe und Tradition.
In diesem Überblick findest du 16 Teppicharten, vom Perser- und Oushak-Teppich über Kelim, Berber und Navajo bis zu Schaffell, Sisal und Space-Age-Mustern. Zu jedem Stil erklären wir Herkunft, typische Muster und Farben und wie du ihn heute kombinierst.
Eine Faustregel für die Größe: Im Wohnzimmer sollten mindestens die vorderen Füße von Sofa und Sesseln auf dem Teppich stehen. Unter dem Esstisch sollte er an jeder Seite etwa 60 cm überstehen, damit die Stühle beim Zurückschieben nicht von der Kante rutschen.
Häufige Fragen zu Teppichen
Welcher Teppich ist pflegeleicht?
Kurzflorige und flach gewebte Teppiche wie Kelims lassen sich gut absaugen. Hochflor und Shaggy halten mehr Staub fest. Naturfasern wie Sisal sind robust, vertragen aber kaum Nässe.
Was ist der Unterschied zwischen handgeknüpft und handgetuftet?
Beim Knüpfen wird jeder Knoten einzeln um die Kettfäden gebunden. Das dauert lange und macht den Teppich sehr haltbar. Beim Tuften wird das Garn mit einer Tufting-Pistole in ein Trägergewebe geschossen und auf der Rückseite verklebt. Getuftete Teppiche sind günstiger, halten aber meist weniger lange.
Welcher Teppich passt zu einem Holzboden?
Auf warmem, hellem Holz wirken Teppiche in gedeckten oder kühlen Tönen ruhig, zum Beispiel Blau, Grau oder Creme. Auf dunklem Holz setzen helle Berber- oder Wollteppiche einen schönen Kontrast.















